Kirta
Die Kirchweih bzw. das Kirchweihfest, in Deutschland meist mit regionalen Bezeichnungen wie Kirmes, Kirwa, Kerwe, Kerwa, Kärwa, Kirb, Kerb, Kermoder Kilbi bezeichnet, in Österreich, Südtirol und Altbayern Kirta(g) oder Kirchtag, schweizerhochdeutsch Kilbi oder Chilbi, banatschwäbisch Kerweih, wird seit dem Mittelalter als Fest anlässlich der jährlichen Wiederkehr des Tages der Weihe einer Kirche gefeiert. Der Tag der Kirchweihe hat in der jeweiligen Kirche den Rang eines Hochfests. (…) Bei der original fränkischen „Kerwa“ beziehungsweise Oberpfälzer „Kirwa“, die in den Monaten April bis Oktober in vielen Ortschaften gefeiert wird, dauert die Veranstaltung meist von Donnerstag bis Montag. Am Freitag finden meist Musikveranstaltungen für die Jugend statt. (...)
Im Bayerischen Wald findet in der Nacht von Samstag auf Sonntag in vielen Dörfern das „Kirtazamtrogn“ statt. Die Burschen ziehen mit einem Wagen durch das Dorf und nehmen aus den Gärten und Hofstellen Gartenmöbel, Werkzeug, das nicht aufgeräumt wurde usw. mit. Diese Beute wird unter dem Kirchweihbaum aufgebaut und muss von den Besitzern wieder abgeholt werden. (…) Traditionell trafen sich Menschen nach der Messe am Marktplatz, um von vorbeiziehenden Händlern Waren zu erstehen. Diese Tradition hielt sich mancherorts bis heute. Anlässlich der Kirchweihfeste findet neben den Gottesdiensten oft auch ein Volksfest mit Fahrgeschäften (zum Beispiel Karussells) und sonstige Vergnügungen statt, häufig auch eine Verkaufsmesse für Vieh, andere landwirtschaftliche Produkte oder für Waren aller Art. (https://de.wikipedia.org/wiki/Kirchweih)
Den Kirchtag oder wie er bei uns heißt Kirta gibt schon lange. Zumindest so lange ich lebe und wahrscheinlich schon viel länger. Viermal Jahr fand er statt und wir Kinder fieberten darauf hin, denn dann versammelten sich am Marktplatz unzählige Händler mit ihren Ständen und verkauften Dinge, die es sonst nicht im Dorf gab. Die wir dringend brauchten, wollten oder auch einfach nur genossen. Ich bekam meine süßen Schaumwaffeln von Bayer, mein Opa seine Hosenträger und meine Mami ihre Schürzen.
Doch mit den Jahren verschwanden die Händler, verschwanden die Besucher. Die Händler sagen, es kommen nicht mehr genügend Besucher, die Besucher sagen, die Waren seien zu wenig, zu wenig attraktiv. Gleichzeitig gibt es zu viele Alternative, größere Städte, das Internet allgegenwärtig.
Heute ist der Kirta zweimal im Jahr, es gibt nur noch wenige Stände, die nur vereinzelt Besucher anlocken.
Innerhalb des Projekts „So a Kirta“ möchten wir in Zusammenarbeit mit einer Partnergemeinde aus Tschechien, den Kirta in Lam erneuern.